Jakobswege in Süddeutschland

Von Sindlbach nach Feucht

Um es gleich vorwegzunehmen: dies war mit einer unserer schlimmsten Tage. Je näher wir an den Moloch Nürnberg herankamen, um so mehr spürten wir die herannahende "Zivilisation".

Zuerst ging es durch den Wald parallel zur Autobahn A3, dessen Lärm nach all den Tagen in Wald ein richtiger Schock war. Im nächsten Ort Gnadenberg verweilten wir etwas in der Klosterruine eines Brigittinnenordens - ein schöner und mystischer Ort. In der Gasttätte gegenüber erholten wir uns und die sympatische Wirtin klagte uns ihr Leid über den Schwertransporterverkehr, der sich seit Jahren durch den Ort quält. Durch die Erschütterungen wären schon Teile des historischen Torbogens am Orteingang abgeplatzt und auch die Klosteruine wäre bedroht. Leider wäre die Lobby des Baustoffherstellers im Nachbarort sehr stark und bisher sei keine andere Lösung in Sicht. Auch ihre Gaststätte hätte unter dem Lärm zu leiden.

Weiter ging der Weg unter der A3 hindurch und wir verließen die Oberpfalz und betraten Franken, unschwer zu erkennen an den vielenhübschen Fachwerkhäusern. Zwischen Rasch und Grünsberg wanderten wir in einem wünderhübschen, einsamen Tal entlang der Schwarzach. Nach dem kleinen Aufstieg hinauf zur Landstrasse kamen wir an einer der stärksten Quellen Europas vorbei, der Sophienquelle, die bereits 1720 gefasst wurde.
In Rummelsberg erholten wir uns bei einem Schnitzel und brachen dann wieder auf, um unsere Tagestour zu vollenden.

Es gipfelte alles in einer 8 (!) km langen Strecke durch den Nürnberger Reichswald, der aus einer Monokultur besteht. Für uns war es sehr zäh. Aber wie wir später erfahren haben, findet man hier eine besondere, einzigartige Vegetation, einen Flechten-Kiefernwald mit sehr kargen Böden und seltenen Tierarten wie Ameisenjungfer, Ziegenmelker und der Blauflügelige Ödlandschrecke. Seit 1985 werden in diesem Wald jedoch wieder die einheimischen Laub und Mischwälder angepflanzt. Mehr dazu unter Nürnberger Reichswald bei Wikipedia

Das schlimmste an diesem Tag war dann abends in Feucht jedoch die Suche nach einem Quartier; der evangelische Pfarrer der Jakobskirche war sehr freundlich, hatte aber leider kein Quartier für uns und die meisten im Ort befindlichen Hotels waren nicht nach unserem Geschmack und recht teuer.
Schließlich blieben wir im Landgasthof Bernet, der gepflegt war, aber wo unter uns erst einmal das Bett zusammenbrach und dann unter unserer Dusche ein Badeanzug für ältere Damen mit Körpchengröße G hing (!?).



Die Etappe in Kürze
Anspruch: ++
Gehzeit: 6 Std.
Länge: 22 km

Einkehr und Übernachtung:

Gnadenberg

Gasthaus zum Kloster, gegenüber dem Kloster, warme Küche, Biergarten, Gnadenberger Str. 16, 92348 Berg-Gnadenberg, Tel. 09187-5510, Ansprechpartner: Hr. Gerhart-Haas


Rasch

Infos über die Gemeinden Rasch und Grünsberg unter www.altdorf.de
Pizzeria "Cantelli", Raiffeisenstraße 4

Gasthaus "Weißes Ross", Rasch, Kirchenbühlstraße 12, Tel. 09187-5878, Terrasse


Prackenfels

Evangelische Jugendtagungsstätte "Hermann-Ehlers-Haus", Hausleitung: Waltraud und Heinbert Alexander, Lochmannshof 1, 90518 Altdorf, Ü/Vollpension ab 29 Euro, Tel: 09187/9066-6, Fax: 09187/9066-77, email: info@jugendhaus-prackenfels.de, www.jugendhaus-prackenfels.de Das Haus ist aufgrund seiner Größe auch gut für Gruppen geeignet. Bitte vorher anmelden, da das Haus oft ausgebucht ist!


Grünsberg

Gasthaus "Zum Postmeister", Emil v. Stromer Platz, Altdorf-Grünsberg, 09187/41190, Gasthaus mit Biergarten


Rummelsberg

Waldhotel Rummelsberg, Rummelsberg 61, Fremdenzimmer, Telefon 09128 / 919 20, Fax: 09128 / 91 92 50, Ü/F ab 33 Euro p.P.,
waldhotel-rummelsberg@t-online.de,

Feucht (www.feucht.de)

Evangelische Gemeinde St. Jakob in Feucht: www.st-jakob-feucht.de

Landgasthof Bernet, Marktplatz 6 - Tel.: 0 91 28/ 33 07 - Fax: 1 60 95 6 Einzel- und 5 Doppelzimmer mit Dusche, WC und TV Herberge

Hotel Waldhof, Waldstr. 12, 90537 Feucht

Gästehaus Jacqueline, Garni, Bogenstraße 39a - Tel.: 0 91 28/ 1 20 80, Fax 1 37 92 www.gaestehaus-jacqueline.de