Jakobswege in Süddeutschland

Von Meersburg nach Märstätten

Bevor wir mit der eigentlichen Etappe beginnen, möchten wir noch etwas zum Pilgern in der Schweiz an sich sagen. Wir waren ja schon von zahlreichen Freunden vorgewarnt worden, aber dass es so schlimm kommen würde, haben wir dann doch nicht gedacht:
Die Schweiz ist eines der reichsten Länder der Welt und das merkt man (leider) an jeder Ecke. Die Preise sind gehoben, nicht nur für die Herbergen/ Pensionen, sondern auch für Lebensmittel, Getränke etc. Dazu kommt, dass ein Teil der Schweiz evangelisch-reformiert, d.h. z.T. kalvinistisch, ist und es gibt nur wenige bewirtschafteten Klöster oder Herbergen. Dass beeinflusste auch sehr stark unsere Stimmung auf dem Weg.
Angenehme Ausnahme in unseren drei Tagen stellt Märstetten mit einer Jakobskirche, Pilgerherberge und engagierten Gemeinde dar.

Wir haben auf jeden Fall nach drei Tagen unsere Konsequenzen gezogen, da sich das "Pilgerfeeling", wie wir es aus Deutschland kannten, einfach nicht einstellen wollte und haben dann unseren Camino abgebrochen. Das ist aber unsere persönliche Sicht und wir wollen natürlich niemanden davon abhalten, es nicht selbst zu probieren!!!

Unser Weg beginnt in Meersburg und wir überqueren morgens um neun Uhr mit der Fähre den Bodensee. Dann folgt ein langer Fussmarsch auf Asphalt durch die Stadt. Wir sind froh, als wir die deutsch-schweizerische Grenze überqueren und endlich aus der Stadt herauskommen. Die Landschaft ist hier sanft-hügelig und wir wandern bei strahlendem Sonnenschein. Am Weg gibt es sogar die erste kleine Jakobspilgerwirtschaft, die von Hippies neben einem alten Bauernhof unter Bäumen betrieben wird.

Ansonsten zeigt sich die Schweiz schon in vollem Glanze, die schmucken Fachwerkhäuser sind denkmalgerecht hergerichtet und es ist alles sehr sauber und aufgeräumt.

Am späten Nachmittag erreichen wir Märstetten und finden durch Zufall auf dem Weg zur Jakobskirche die neue Pilgerherberge. Sie ist erst seit dem 1.7.2003 geöffnet und stand noch nicht in unserem Pilgerführer. Dafür freuen wir uns umso mehr, als wir diese kleine, sehr geschmackvoll und liebevoll hergerichtete Unterkunft sehen. Den Schlüssel gibt´s gleich um die Ecke bei einer Familie und wir bekommen sogar frischen Pflaumenkuchen und die Zutaten für Spagetti mit Tomatensauce. In der Abendsonne auf der Terasse lassen wir den Tag ausklingen und sind mit der Welt wieder versöhnt.

Am späten Abend schaut die Herbergsmutter herein und es kommen sogar noch zwei Jakobspilger, die diesmal ausschließlich die Tagesetappe nach Märstätten gemacht hatten, aber kurz zuvor auf dem Camino in Spanien gewesen waren. Nach einer ausgelassenen Unterhaltung und der Lektüre von Jakobsliteratur aus der kleinen Bibliothek im Gemeinschaftsraum am Kachelofen fallen wir zufrieden in die Betten.

Die Etappe in Kürze
Anspruch: ++
Gehzeit: 5 Std.
Länge: 20 km


Links zum Jakobsweg in der Schweiz:
www.jakobsweg.ch
www.wandersite.ch/Jakobspilger.html
www.ultreia.ch


Einkehr und Übernachtung:

Konstanz www.konstanz.de
Jugendwerk Don Bosco, Gebhard Sailer, Salesianerweg 5, 78464 Konstanz,Tel.: (0)7531 62252, Fax +49 (0)7531 60688,
Ü/F € ab 16,50 pro Person/Tag, Einzelreisende und Gruppen können hier in einer christlichen Einrichtung übernachten

Jugendherberge Konstanz, Zur Allmannshöhe 16, 78464 Konstanz , Ü/F 1. Nacht € 20,30, Tel: 07531/32260, Fax: 07531/31163, E-Mail: info@jugendherberge-konstanz.de
www.jugendherberge-konstanz.de


Märstätten
Tip: Pilgerherberge im Märstätten, sehr engagiert eingerichtete und geführte Pilgerherberge von der evangelischen Gemeinde, Schlüssel sind bei Privatleuten im Dorf abzuholen
(Liste dazu hängt an der Tür), Hubstrasse 2, bis zu 10 Pilger, Ü 12 € p.P., ohne Frühstück aber es gibt ein Lebensmittelgeschäft direkt gegenüber,