Jakobswege in Süddeutschland

Die Ausrüstung

Ein leichter Daunenschlafsack bis 10° C reicht vollkommen aus und fällt kaum ins Gewicht. Je nachdem wo ihr laufen wollt (in Deutschland gibt es fast keine Pilgerherbergen, dafür aber teilweise sehr gastfreundliche Pfarreien und Klöster) und wo ihr nächtigen wollt, sollte auch eine Isomatte für den Notfall mitgenommen werden.

Nach unserer Erfahrung ist ein Wanderstock pro Person vor allem bei Auf- und Abstiegen sehr gut geeignet, um die Kraft der Arme beim Aufstieg zu nutzen und Stöße bei Absteigen aufzufangen, um die Gelenke zu schonen. Zur Not kann man sich mit beiden Armen auf dem Stock abstützen. In sehr zähen Phasen hat der Stock schon manches mal geholfen, um im Tritt zu bleiben! Zwei Stöcke pro Person würden wir auf geraden Strecken vom Gewicht her als lästig empfinden.

Nicht gerade unwichtig ist auch der Inhalt des Kulturbeutels (siehe Tabelle), der bei kleineren oder größeren Problemen helfen kann. In der Drogerie gibt es von allen Dingen Minigrößen, die für 2-3 Wochen ausreichen. Wer es mag, kann für die gesamte Körper- und Kleidungswäsche Outdoorseife benutzen. Ein Kompaktdeodorant kann in der Not auch einmal aushelfen. Wir haben festgestellt, dass die Bewegung an der frischen Luft zu relativ wenig Köpergeruch führt, und man die Kleidung gar nicht so oft waschen muss.

Ein guter Sonnenschutz mit Creme und Lippenpflege gehört in jeden Rucksack. Eine kleine Schere kann für das Zuschneiden von Plastern, Nägeln etc. benutzt werden. Taschentücher dienen auch als Toilettenpapier, ein Paar Lärmstop ist in lauten Pensionen Gold wert, Knie oder Fußgelenksbandagen aus der Drogerie unterstützen die Gelenke bei möglichen Verstauchungen etc. und können einem möglicherweise nicht mehr zu verhindernden Abbruch der Pilgertour vorbeugen.

Auch ein Rasierer und Reiseföhn kann entsprechend den eigenen Ansprüchen mitgenommen werden, zu bedenken ist aber das sehr hohe Gewicht dieser Geräte.

Um im Vorfeld der Bildung von Blasen vorzubeugen, hat es sich als sehr zuverlässig erwiesen, vor dem ersten Wanderschritt alle Stellen am Fuß, an denen eine Blase entstehen könnte, wie z. B. Knöchel, Zehen, Ballen, Ferse etc. mit breitem Leukoplast abzukleben. Dieser „Verband“ kann dann einige Tage auf der Haut bleiben, hält auch unter der Dusche und brauch eigentlich erst erneuert zu werden, wenn er sich von alleine ablöst. Einige Pilger bevorzugen auch spezielle Blasenpflaster, die bei bereits entstandenen Blasen aufgeklebt werden und mit der Haut verschmelzen. Wir können aber nur davon abraten, da sie sich nach dem Verheilen der Wunde schlecht von der Haut lösen lassen und man dann die junge Haut mit runterzieht!

Zur Vorbeugung und Behandlung von Muskelkater und Gelenkreizungen, die bei ungewohnten Belastungen nicht ausbleiben, eignet sich als natürliches Mittel Franzbranntwein. Man sollte es täglich morgens und abends auf die Beine und Füße auftragen.

Spezielles Lederfett zum Impregnieren der Wanderstiefel sollte ebenfalls mit dabei sein.

Wenn die Übernachtung in Herbergen oder Pfarreien geplant ist, gehört auch ein Mikrofaserhandtuch bzw. - waschlappen in den Rucksack.

Durch die Beanspruchung der Gelenke kann es zu Reizungen vor allem der Knie- und Fußgelenke kommen. Um den Weg fortsetzen zu können empfiehlt es sich eine Knie- und eine Fußgelenkbandage mitzunehmen, die es in den meisten Drogerien gibt.

In die Minireiseapotheke gehört mindestens ein Schmerzmittel, ein Fiebermittel, ein Durchfallmittel, ein Elektrolytpulver bei Durchfall, eine Wundheilsalbe, ein Spray gegen Verstauchungen, ein Mückenschutzmittel und ein Mittel zur Behandlung von Mückenstichen und Verbrennungen (alles mit Beipackzettel aber ohne Verpackungsschachtel!) Evt. kann man zusätzlich ein 1. Hilfe Set mitnehmen.